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Ruhr SPD

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Gerd Bollermann im Interview PDF Drucken E-Mail
Presseartikel - Verschiedenes
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 18:43 Uhr

Quelle: Ruhr Nachrichten

DORTMUND Prof. Dr. Gerd Bollermann (61), bislang SPD-Landtagsabgeordneter aus Dortmund, wird am 18. August als neuer Regierungspräsident Chef von fast 2000 Mitarbeitern in Arnsberg. Wir sprachen mit ihm über seine neuen Aufgaben.

Herr Prof. Bollermann, Gratulation zu Ihrer neuen Aufgabe. Innen- und Kommunalminister Ralf Jäger hat angekündigt, als neuer Regierungspräsident stünden Sie für den Weg der Erneuerung in NRW. Wie soll der aussehen?
Gerd Bollermann: Ich glaube, dass sich die klassische Aufsichtsbehörde zu einer modernen Beratungsinstanz für die Kommunen wandeln muss. Eine Aufsichtsbehörde muss zur Kenntnis nehmen, dass die Kommunen unterfinanziert sind. Sie muss sie gerade in der dramatischen Finanzsituation unterstützen und sie handlungsfähig machen. Das möchte ich auf den Punkt bringen.

Was die Finanzen angeht, ist Ihr Vorgänger, CDU-Mann Helmut Diegel, einen strikten Kurs gegenüber Dortmund gefahren. Sie kennen Dortmund wir Ihre Westentasche, waren vor ihren zehn Landtagsjahren 15 Jahre im Rat, sind mit der SPD-Verwaltungsspitze per Du, wie werden Sie sich verhalten, wenn es um die Genehmigung des Haushalts geht?
Gerd Bollermann: Das ist eine Frage, wie fair man miteinander umgeht. Ich stehe für Kooperation, nicht für Konfrontation. Kooperieren heißt für mich aber auch, nicht Kumpanei zu betreiben. Es gibt klare rechtliche Vorschriften. Daran werde ich mich halten. Und es gibt Handlungsspielräume. Dafür muss man die Besonderheiten der einzelnen Kommunen sehen. Die Entscheidung fällt in Abwägung.

Als Schatzmeister des Dortmunder SPD-Unterbezirks sollen Sie einen Igel in der Tasche haben. Das spricht für Sparwillen.
Gerd Bollermann: Eine Metapher, die ich schmunzelnd zur Kenntnis nehme. Für mich ist Solidität privat und geschäftlich wichtig. Und das sollte auch für eine Kommune gelten.

Im Kommunalausschuss des Landtags haben Sie sich für kommunale Selbstverwaltung und mehr direkte Bürgerbeteiligung eingesetzt.
Gerd Bollermann: Man kann nicht alles von oben herab anordnen. Auch die Kommunen muss man mitnehmen und Politik in Partnerschaft gestalten. Dass es dabei auch Probleme gibt, weiß ich. Ich bin kein Illusionist. Aber auch Widerstände gehören zur Veränderung.

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Prof. Dr. Gerd Bollermann (Foto: Bandermann)